Open Social Innovation
Staat und Gesellschaft gestalten gemeinsam die sozial-ökologische Transformation

UpdateDeutschland basiert auf Open Social Innovation – eine Methodik, die für einen breiten Beteiligungsprozess (Open) steht, um gesellschaftliche Herausforderungen (Social) mit neuen Lösungen (Innovation) anzugehen. Der Kern ist das parallele Erproben von zahlreichen Lösungsansätzen. So lässt sich schnell herausfinden, was funktioniert und was nicht; welche Ideen für eine Verstetigung geeignet sind.

Unsere Überzeugung ist: Für den nachhaltigen Wandel unserer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Systeme braucht es Open Social Innovation. Mit offenen gesellschaftlichen Innovationen können wir die sozial-ökologische Transformation erfolgreich gestalten. Denn dieser Wandel lässt sich nicht “von oben” von Politik und Verwaltung diktieren, sondern muss – damit er gelingt – von Bürger:innen und Staat gemeinsam gestaltet werden.

Beteiligung mit Wirkung

Worum es nicht geht: Bürger:innen beteiligen, damit sie das Gefühl haben ”mitzureden”. Es geht um Schwarmintelligenz und Ko-Kreation: Open Social Innovation bringt den Ideenreichtum von Bürger:innen zur Wirkung. In einem gemeinsamen Prozess lassen sich die besten Ideen identifizieren, erproben, fördern und umsetzen.

In der Digitalisierung bieten sich dazu neue Chancen: Digitale Prozesse ermöglichen eine neue Koordination der Zusammenarbeit zwischen Staat und Gesellschaft – zwischen Politik, Verwaltung und Bürger:innen.

Bausteine von Open Social Innovation

Missionsorientierung

Ausgangspunkt ist die Ausrichtung an gemeinsamen Herausforderungen. Wie können wir einen klimaneutralen Landwirtschafts- und Ernährungssektor gestalten? Wie reduzieren wir die Umweltbelastungen durch Plastik? Wie gestalten wir eine zeitgemäße Bildung? Eine, die allen jungen Menschen ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht? Daraus entsteht eine gemeinsame Missionsorientierung mit klaren Zielen.

Lösungsansätze erproben

Basierend auf den Missionen werden neue und bestehende Ideen identifiziert, die direkt oder indirekt auf die Ziele einzahlen. Vielversprechende Lösungsansätze werden erprobt und iterativ weiterentwickelt. Dabei geht es nicht darum, die eine beste Lösung zu finden. Denn für die Herausforderungen brauchen wir mehrere Lösungsansätze, die an unterschiedlichen Stellen in den Systemen wirken.

Langfristige Umsetzung

Wenn Lösungsansätze ihre Wirkung beweisen, braucht es geeignete Wege zur Umsetzung. Wege dazu bieten sich durch privatwirtschaftliche Akteur:innen, im Nonprofit-Sektor, durch eine öffentlich-private Partnerschaft oder direkt durch den Staat – unterschiedliche Lösungsansätze brauchen unterschiedliche Umsetzungswege. Notwendig für die Wirkung ist die langfristige Finanzierung und Umsetzung.

Open Social Innovation erfordert einen offenen und lernenden Staat

1. Offener und lernender Staat

Ein offener Staat nimmt Lösungsansätze aus der Gesellschaft auf oder entwickelt diese gemeinsam mit Bürger:innen weiter. Ein lernender Staat ist bereit, neue Ideen zu unterstützen und “gesellschaftliches Risikokapital” zur Verfügung zu stellen – zur Erprobung neuer Ideen übernimmt er das Risiko, dass sie nicht auf Anhieb funktionieren.

2. Missionsorientierte Zusammenarbeit über Ressorts und föderale Ebenen hinweg

Herausforderungen und Lösungsansätze aus der Gesellschaft fallen nicht passgenau in ein Ressort und betreffen nicht nur eine föderale Ebene. Daher braucht es für die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Initiativen mehr verwaltungsinterne Zusammenarbeit. Lösungsansätze müssen vielfach auf kommunaler Ebene getestet und von dort skaliert werden.

3. Wirkungsorientierung

Die Festlegung von Missionen mit Zielen ist die Grundlage für die nachhaltige Wirkung von Lösungsansätzen. Daran sollten sich auch die staatlichen Akteur:innen orientieren. Denn nur so lernen wir, was langfristig funktioniert und wo wir Anpassungen notwendig sind.

Weitere Informationen

Positionspapier von SEND e.V. zur Gestaltung der sozial-ökologischen Transformation durch Open Social Innovation

Zum Positionspapier [PDF]